Wer sind die „Peacebrigades International“?
Gegründet 1981 in Kanada basiert die Organisation auf Ideen einer
neutralen Friedensarmee, wie sie Mahatma Ghandi in Indien vertrat.
Peacebrigades wurde zu einer internationalen Bewegung, die in
Konfliktgebieten gewaltfreie Lösungen sucht durch Präsenz ziviler,
unbewaffneter Friedensgruppen. Peacebrigades betreut einheimische Personen,
welche sich für den Frieden in ihren Konfliktländern engagieren. Sie
garantieren Unterstützung , Beratung und Begleitung vor Ort. Peacebrigades
garantiert deshalb Gewaltfreiheit, Unparteilichkeit, Nichteinmischung,
Unabhängigkeit und Konfliktlösung – als Unterstützende von
Friedenaktivitäten von Einheimischen.
Einstieg ins Thema
Inrina Balzano, David Brockhaus und Martina Lack waren als Vertreter von
Peacebrigades in den Klassen. Nach einer Einstiegsrunde stellten die
Vertreter ihr Beispielland Kolumbien vor. Martina Lack war dort während gut
18 Monaten im Einsatz. Kolumbien ist ein Land, das von regionalen
Paramilitärs, Militärs und Guerillakämpfern umstritten beherrscht wird.
Bekannt ist sicher die Guerillaorganisation „Farc“. Diese Gruppen bekämpfen
sich gegenseitig, setzen die Bevölkerung unter Druck und verbreiten damit
Angst und Schrecken. Der Bericht von Martina Lack, die alles vor Ort
erlebte, war eindrücklich.
Kolumbien – ein riesiges Land
Die Schweiz hätte flächenmässig gut 27 mal Platz in Kolumbien, das Land
hat 40 Mio. Einwohner und ist eigentlich reich an Bodenschätzen. Grösstes
Problem ist, dass fast 75 % des Bodens für nur 5% der Bevölkerung
vorbehalten ist. Viel Land gehört nur wenig Leuten – die Armut trifft
deshalb grosse Bevölkerungsschichten. Neben der Bodenverteilung ist der
Kampf um die Interessen gross: Es geht um Mineralien wie Gold, Silber,
Nickel, Zink und Kupfer, es geht um Energieprodukte wie Erdöl, Kohle, Holz
und Wasser, genauso wie die Landwirtschaft grosse ökologische Probleme wegen
der diktierten Monokultur erzeugt: Ölpalmenplantagen, Bananen- und
Kaffeeplantagen schaden der Biodiversität und bedrohen die Existenz der
Kleinbauern.
Konfliktthemen
Zu Konflikten führt immer wieder die ungerechte Landverteilung, vor
allem die Repressionen der Paramilitärs und der Guerillas. Vor allem aber
sind es die Verletzungen der Menschenrechte: Politische Morde sind an der
Tagesordnung, Menschen werden entführt, erpresst oder verschwinden einfach
so, Menschen werden von ihrem Wohnort vertrieben, Menschen werden gefoltert
und vor allem erhalten sie keinen Opferschutz. Täter wissen meist, dass sie
der Straffreiheit sicher sind. Tragisch macht das alles, dass Kolumbien zwar
gute Gesetze hätte, diese aber nicht zur Anwendung kommen wegen der vielen
Interessengruppen. Hier beginnt die Arbeit von „Peacebrigades“: Sie
unterstützt mit ihrem Einsatz die rechtlich abgesicherten Bemühungen um
Frieden. Im Moment arbeitet die Organisation in den 4 Ländern Nepal, Mexiko,
Guatemala und Kolumbien.
Erfahrungsbericht von Martina Lack
Der Bericht von Martina Lack über ihren Einsatz und über die Arbeit in
der Friedensgemeinde San José de Apartadò zeigte, was „Peacebrigades“ will.
Es geht um folgende Schwerpunkte:
- gewaltfreies Begleiten von Gruppen, Anwälten, und Organisationen, die
sich für den Frieden engagieren
- Beobachten von Aktivitäten von Einheimischen für den Frieden
- Ausbilden von Basisleuten für den Frieden
- begleiten und beschützen von Menschen im Friedenseinsatz
- zusammenarbeiten mit andern Netzwerken
- berichten über Missstände und Erfolge
Abschluss der Doppelstunden
Im zweiten Teil der Veranstaltungen waren verschiedene Aufgaben zu
lösen. Während die Klassen AB1a+b sich Gedanken machten über Menschenrechte
und Bedrohungen bei uns, war für die Klassen C+D ein Friedenseinsatz –
Leiterlispiel aktivitätsanregender Abschluss. Die Schülerinnen und Schüler
wurden sich wohl schnell bewusst, wie gross Bedrohungen, Not und Missstände
andernorts sind. Auch so lernt man sein eigenes Verhalten oft überdenken und
sein (sicheres) Dasein zu schätzen. Frieden ist und bleibt zu erhaltendes
und stets zu erneuerndes Gut.