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Elterrat und Elternforum

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Organisatoren:
Elternforum und Elternrat der Schule Zell

 

Claudia Gada und Joachim Zahn
von
ZISCHTIG.CH
ist eine Organisation für Medienbildung in Schule und Elternhaus

www.zischtig.ch

 

 

Text und Bild:
Franz Gassmann, Öffentlichkeitsarbeit Schule Zell


 

Vortrag im "Violino" Zell
18. Jan. 2012

 

Eltern haben den schwierigsten „Job“

Erziehungsvortrag über Suchtgefahren und Jugendverschuldung

Anhand der Herausforderungen im Zusammenhang mit Jugendalkoholismus und Jugendverschuldung zeigten Claudia Gada und Joachim Zahn als Referenten und Gesprächspartner der Stelle Suchtprävention zischtig.ch ein paar wichtige Haltungs- und Verhaltensgrundsätze für Eltern auf.

Einleitend meinten die Referenten, dass wir es in der Erziehung ja meistens alle nur gut machen möchten. Zudem strotzt ja heute die Wissenschaft und die Literatur vor guten Rezepten, wie Erziehung so leicht zu bewerkstelligen ist. Wir haben genügend Tipps und Ideen aus Religion, Neurologie, Pädagogik, Medizin, Genetik und Sozialer Arbeit. Das alles aber kann auch verunsichern und verwirrend wirken. Die mit humorvollen und lebensnahen ehrlichen Aussagen der beiden Referenten waren wie folgt aufgebaut: 

 

Wissen – Tipps und Tricks

 

 

Erziehungsgrundsätze

 

Dekonstruktion + Haltung

         

Dekonstruktion heisst nichts anderes, als gewisse „Konstrukte, vorgefasste Annahmen über Bord geworfen werden müssen, wie zum Beispiel folgendes:

  • Familie ist immer schön und friedlich...
  • Wenn ich es nur richtig mache, kommt es schon gut...
  • Wenn die Kinder nur wollten...
  • Ab xx – Jahren wird es dann schon einfacher und besser
  • Nur wir oder nur die andern haben solche Probleme

 Hilfreiche Haltungen bestärken Eltern im täglichen Erziehen: 

  • Es ist nun mal immer wieder anstrengend
  • Konflikte sind normal
  • Vordergründig ist immer wieder die Suche nach einem gangbaren Weg
  • Ich gebe immer mein Bestes
  • Kinder sind keine Erwachsenen und handeln anders
  • Störungen nicht als persönlichen Angriff nehmen
  • Gemeinsam geht es besser
  • Orientierung an der Gesellschaft

Erziehungsgrundsätze 

  1. Erzieher sind Vorbilder: dies gilt beim Trinken von Alkohol und bei Konflikten und Konfliktlösungen, ebenso wie bei Verhaltensweisen. Auch wenn wir es manchmal nicht wahrhaben wollen: Jugendliche gucken uns manches ab.
  2. Extreme sind nicht förderlich: Vertrauen und Vorsicht sind gut, naive Vertrauensseligkeit und dauerhaften Misstrauen können schlimme Folgen haben. Irgendwann muss Verantwortung gelernt werden
  3. Zuverlässigkeit ist wichtig: Mit Ritualen innerhalb der Familie erfährt das Kind, der Jugendliche, dass es immer angenommen und aufgehoben ist.
  4. Pflege einer wohlwollenden Beziehung: Eltern müssen vor allem Mut machen und den Kindern gegenüber wohlgesinnt sein.
  5. ausgewogenes, Miteinander – Tun und Spielen: Es tut gut, mit Kindern zu spielen, gemeinsam zu essen und dann auch mal sitzen zu bleiben, Gespräche zu führen
  6. Im Umgang mit Sucht und Missbrauch ist es wichtig, gewisse Tipps zu kennen, wie Gefahren kennen und verstehen, Hintergründe dazu in Erfahrung bringen und Schutzfaktoren kennen

Jugendliche und Alkohol
Jugendliche leben in einem permanenten und riesigen Gehirnumbau. Sie können daher nach wenig Alkohol bereits gefahren weniger gut einschätzen, Impulse weniger kontrollieren. Hingegen haben Jugendliche den Drang, alles auszuprobieren. Ebenso müssen sie ihren Platz und ihren Umgang in der Gemeinschaft, der Clique finden. Sie wollen auch Zustände (Rausch) erkunden. Nicht zuletzt muss uns bewusst sein, dass Jugendliche unterschiedliche Voraussetzungen mit bringen, wenn es um den Weg ins Suchtverhalten und die Abhängigkeit geht. 

Jugend und Verschuldung
Ein Viertel der Jugendlichen hat heute Schuleden: sie geben mehr aus als sie haben. 80% der später Verschuldeten machten ihre ersten Schulen bereits vor dem 25. Altersjahr. Ebenso ist das Verhältnis zum „verdienten, erarbeiteten Geld“ verändert und 17% der Jugendlichen zeigen ein süchtiges Kaufverhalten. Aus den Schulden herauszukommen ist sehr schwierig, es kann belastend für Beruf, Familie und Freizeit sein. Letztlich gesellen sich oft gleichzeitig andere Süchte dazu.

Schutzfaktoren gegen Sucht kennen
Jugendliche mit einem gesunden Selbstwertgefühl haben es einfach, denn sie können lernen, „nein“ zu sagen und sich trotzdem zu behaupten. Jugendliche müssen den angemessenen Umgang mit Stress, Frust und Langeweile lernen. Wichtig ist die Fähigkeit, Bedürfnisse und Gefühle ausdrücken zu können. Konfliktfähigkeit und Orientierung an Vorbildern wie ein kreativer Umgang miteinander machen die Jugendlichen stark. Es ist auch wichtig zu berücksichtigen, dass die Risiken unterschiedlich sind: Personen und Anlagen, Mittel und soziales Umfeld, gesellschaftliches Umfeld, ja sogar der Jahrgang kann entscheidend sein. Und die Risiken verändern sich immer wieder.

Wissen und Tipps schützen Jugendliche

  • Vorbild sein, viel reden miteinander und reflektieren,, Umgang und Verhalten sind zum Gesprächsthema zu machen. Zudem sollten Erwachsene die Jugendlichen nicht selber in die Sucht „verführen“
  • Jugendliche müssen lernen, sich der Realität zu stellen und Probleme zu lösen: Eltern räumen zu oft Schwierigkeiten aus dem Weg. Erziehen heisst, Herausforderungen nicht als Probleme zu sehen
  • Selbstwert des Jugendlichen steigt mit dem Erlernen einer Frust – Toleranz. Zudem sollen die Jugendlichen eigene Aktivitäten entwickeln lernen, ohne das ssie dauern hören: „das geht doch nie“. Viele Wege führen nach Rom, es gibt nicht nur einen Lösungsansatz. Eine Belohnung oder Anerkennung für spezielle Leistungen tun immer gut. Und das „Ämtli“ im Haushalt ist sehr wichtig. Jugendliche sollten sich auch etwas „verdienen“ können.
  • Jugendliche müssen eine gesunde Angst entwickeln lernen, keine Überängstlichkeit, aber Respekt und gesunde Angst. Ebenso brauchen Jugendliche Raum für ihre Bedürfnisse, was sicherlich in heutiger Zeit schwieriger geworden ist.
  • Jugendliche sollen mit Eltern oder jugendlichen zusammen erlernen: Ich kann auch dazugehören ohne Pomp und Alkohol. Dabei müssen Eltern anerkennen, dass sie selber auch Dinge hatten, die ihnen wichtig waren. Es ist wichtig, die Jugendlichen in ihrem „So-sein“ zu bestätigen und zu bestärken.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

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